Baikalbahn – Baikalringbahn - Alte Transsib
russ.: Кругобайкальская железная дорога

Direkt entlang des Baikalufers zwischen Sljudjanka und Port Baikal fuehrt die Strecke der Baikalbahn (Krugobaikalskaja Zheleznaja Doroga / russ.: Кругобайкальская железная дорога).
Wir moechten Sie einladen, diese Strecke mit dem Zug zu fahren oder zu wandern, zahlreiche Unterkuenfte wie Ferienanlagen und Gasthaeuser entlang der Baikalbahn laden Sie ein zum Verweilen oder Uebernachten.

Dieser urspuenglich zur Transsibirischen Eisenbahn gehoerende Bahnabschnitt ist fuer den Transportverkehr stillgelegt worden und wird heute hauptsaechlich touristisch genutzt.
Im Mai 1891 begann der Bau der Transsibirischen Eisenbahn, die heute Moskau und Wladiwostok verbindet. An mehreren Teilstrecken wurde zeitgleich gebaut. 1896 wurde der Teilabschnitt von Irkutsk nach Port Baikal entlang des linken Angara-Ufers fertig gestellt und 1898 in Betrieb genommen. Auf der gegenueberliegenden Seite des Baikalsees am Ostufer ging die Bahnstrecke von der Station Mysovaja weiter Richtung Osten.
Um diese Luecke in der Strecke ueber den See zu ueberbruecken, wurden bis zur Entscheidung ueber die endgueltige Streckenfuehrung die Zuege auf Faehren verladen. Zwei Faehrschiffe kamen dabei zum Einsatz. Die erste der zwei in England produzierten und in Listvjanka zusammengebauten Faehren, die "Baikal", brannte waehrend der Zeit der Revolution aus. Das zweite Faehrschiff, die "Angara" ist heute in Irkutsk noch als Museum zu bestaunen.
Vier Stunden dauerte der Transport der Waggons und der Lok ueber den Baikalsee. Im Winter wurden die Zuege bei geschlossener Eisdecke erst mit Schlitten gezogen und waehrend des russisch-japanischen Krieges 1904/05, als der Transport zur Versorgung der Front schneller gehen musste, wurden sogar Schienen ueber das Eis verlegt und die Waggons wurden, allerdings ohne die schweren Lokomotiven, einzeln von Pferden gezogen. Dabei brach auch ein Zug durch das Eis und versank im Baikalsee.
Noch bis 1917 kamen die Faehrschiffe gelegentlich zum Einsatz, wenn die Strecke um die Suedspitze des Baikalsees aufgrund einer Entgleisung voruebergehend unbenutzbar war. 1901 entschied man nach langen Planungen, die Bahn direkt entlang der Steilkueste zu bauen, obwohl damit grosse technische Schwierigkeiten zu ueberbruecken waren.
Es schien damals aber die einzige Loesung zu sein, denn die Alternative, die Strecke ueber das Olcha-Plateau im Vorland des Primorski-Gebirges suedwestlich von Irkutsk zu fuehren, war aufgrund der starken Steigung und den damals noch schwachen Lokomotiven nicht durchfuehrbar.
1902 wurde von Sljudjanka aus mit dem Bau der 84 km langen Strecke bis Port Baikal begonnen. Der Bau entlang des felsigen Ufers aus Granit stellte eine grosse Herausforderung dar, der sich Ingenieure aus Russland, Polen, England und zwischen 2700 und 15000 Arbeiter stellten.
Unter schwersten Arbeitsbedingungen wurden Sprengarbeiten durchgefuehrt und 352 Bruecken, ueber vierzig Tunnels, 77 Stuetzmauern und 18 Galerien (entlang von Felsen fuehrende Tunnels) gebaut. Dieser Streckenabschnitt wurde die "Goldene Schnalle" der Transsibirischen Eisenbahn genannt, nicht nur, weil sie eine Meisterleistung der Ingenieurskunst zu dieser Zeit darstellte, sondern auch, weil es der teuerste Streckenabschnitt der Transsibirischen Eisenbahn war.
1905 wurde die Strecke zunaechst einspurig in Betrieb genommen, bis zwischen 1911 und 1914 auch eine zweite Spur gelegt wurde. Waehrend des Baus und auch nach Inbetriebnahme des Verkehrs kam es haeufig zu Unfaellen durch Steinschlag und Erdrutsche, dass bereits in den 1920iger Jahren diese Bahnstrecke schon als Uebergangsloesung bis zum Bau der heutigen Strecke betrachtet wurde.
Die heutige Verbindung zum Baikal fuehrt jetzt von Irkutsk ueber Bolshoj Lug auf dem Olcha-Plateau nach Kultuk. Mit der Aufstauung der Angara und dem Bau des Wasserkraftwerkes konnte die Strecke zwischen Irkutsk und Port Baikal nicht mehr befahren werden und die Schienen wurden abgebaut. Damit war auch der Bahnabschnitt von Port Baikal bis Kultuk ueberfluessig geworden und der Betrieb wurde 1956 eingestellt.
Nach einer Ueberflutung 1962 sind Teile der Schienen zerstoert worden. Die "historische Strecke" zwischen Kilometer 72 und km 141 (die Zaehlung beginnt entlang der alten Strecke ab Irkutsk) wurde nach Neuverlegung und Versetzung der Gleise weiter landeinwaerts im Jahr 1982 als touristische Attraktion wieder in Betrieb genommen und versorgt auch heute noch die wenigen Siedlungen an diesem Uferabschnitt.
Die Passagiere koennen waehrend der Fahrt den Blick auf den Baikalsee geniessen, an vielen Stationen aussteigen und die Umgebung erkunden, wobei sogar Zeit fuer einen Strandbesuch bleibt. Mit etwas Charme und Geld laesst einen der Lokfuehrer auch fuer eine Weile auf der Lok mitfahren. Angekommen in Port Baikal muss man die Faehre ueber die Angara nach Listwjanka nehmen, um wieder Richtung Irkutsk zurueck zu fahren.
Viel schoener und aufregender ist es natuerlich, diese Strecke entlang zu wandern, zahlreiche Ferienanlagen und Gasthaeuser entlang der Baikalbahn laden Sie zum Verweilen oder Uebernachten ein.
Eine Wanderung entlang der Bahn ist voellig ungefaehrlich, selbst wenn einmal ein Zug kommen sollte, er faehrt in der Regel nicht schneller als 20 km/h und ist bereits von weitem zu hoeren.
Willkommen auf Ihrer Baikalbahn am Baikalsee.